Die Töchter Äthiopiens vor Leid bewahren

 

Frau Böhm, wie ist die Situation der Frauen in Äthiopien – speziell im Hinblick auf schädliche Traditionen?
Seit einigen Jahren sind die Frühverheiratung und die Beschneidung von Mädchen unter Strafe gestellt. Doch dies ist noch immer nicht in alle entlegenen Regionen vorgedrungen. Das bestehende Rollenverständnis und der mangelhafte Bildungsstand der Mädchen und Frauen bedingen, dass nur wenige dagegen aufbegehren und für ihre Rechte kämpfen.

Die Frauen leiden ihr Leben lang an den Folgen – körperlich und seelisch. Was tut die Stiftung Menschen für Menschen?
Die Abschaffung dieser grausamen Bräuche hat höchste Priorität: Wir führen große Aufklärungskampagnen durch, um Eltern vor nicht wiedergutzumachenden Fehlern und ihre Töchter vor sinnlosem Leid zu bewahren. Auch unser Beitrag zum Ausbau des Bildungssystems ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig: Um bereits Kinder zu sensibilisieren, hat das Thema "Umgang mit Traditionen" heute einen festen Platz in den Aufklärungskampagnen der Schulen. Die Schüler lernen, zwischen guten Traditionen, wie Kunst oder Musik, und schlechten, wie der Beschneidung, zu unterscheiden. Mit Theaterstücken bringen die Schülerinnen und Schüler diese Botschaften in die Dörfer – und ins Gespräch.

Den größten Anteil der Kinder, die nicht zur Schule gehen, stellen die Mädchen. Warum ist das so?
Sie haben zahllose Pflichten, müssen Wasser heranschleppen, Feuerholz sammeln, jüngere Geschwister betreuen. So geraten sie in eine ausweglose Lage: Wenn die Mädchen – nicht zuletzt aufgrund der frühen Verheiratung – keine Schulbildung erhalten, wird ihnen die Möglichkeit auf ein unabhängiges Leben verbaut.

Haben diese Mädchen später eine Chance, sich selbst zu ernähren?
Für unverheiratete, verwitwete und geschiedene Frauen ist das schwer. Oft schaffen sie es körperlich nicht, selbst zu pflügen und haben keine Verwandten an der Seite. Dann müssen sie ihr Land von Anderen pflügen lassen und einen großen Teil der Ernte dafür abgeben. Viele sichern ihren Unterhalt durch Niedrig-Lohnarbeit oder Holzverkauf: Nur so können sie überleben. Ihnen bietet Menschen für Menschen die Teilnahme an Kreditprogrammen an. Mehr als 14.000 Frauen erhielten Kapital für eine Existenzgründung, wie einen kleinen Getreidehandel oder Gemischtwarenladen. Sie alle gewannen Unabhängigkeit und Respekt – auch seitens der Männer.

 

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Schädliche Traditionen