Frauen planen für ihre Familien


Einer der Gründe, warum äthiopische Familien in Armut verharren, ist ihr Kinderreichtum – das haben auch die Eltern im Projektgebiet Borena erkannt. Jedes zweite Ehepaar im Distrikt bestimmt mit Hilfe von Familienplanung über die Zahl seiner Kinder. Menschen für Menschen hilft mit zusätzlichen Verhütungsmitteln.


Bislang bekommt in Äthiopien jede Frau rein statistisch fünf bis sechs Kinder. In den vergangenen 25 Jahren hat sich die Zahl der Einwohner verdoppelt. Man kann sich leicht ausrechnen, was diese Bevölkerungsexplosion bedeutet: In Borena leben neun von zehn Einwohnern als Bauern, also von dem, was ihre Scholle hergibt; die Felder für die jungen Familien werden immer kleiner, wenn Eltern ihr Land unter der nachkommenden Generation verteilen.

Nahrungsmittelunsicherheit oder gar Hunger sind bei geringen Ernten die Folge. Deshalb haben viele Frauen in Borena schon vor Jahren begonnen, Verhütungsmittel zu nehmen, die sie von staatlichen Gesundheitsbehörden erhalten. Doch die bisherigen Möglichkeiten waren für viele Mütter nicht optimal. "An die Pille muss man jeden Tag denken, wie leicht
vergisst man sie einzunehmen, bei all der Arbeit von früh bis spät", sagt Tiruwork Admasu, Mutter von fünf Kindern. Also habe sie sich zunächst für die Dreimonatsspritze entschieden. "Aber auch dieses Mittel war beschwerlich", erzählt die 35-Jährige. Nicht nur, weil sie jedes Vierteljahr einen Arbeitstag durch den Marsch zur Gesundheitsstation und durch das Warten auf die Behandlung verlor. Noch schwerer wiege, dass die Station das Präparat in dem abgelegenen Landstrich nicht immer vorrätig hatte.

NEUE METHODE
Die staatlichen Behörden baten die Äthiopienhilfe um Unterstützung. Nun liefert die Stiftung nicht nur die in der Region bislang bekannten Verhütungsmittel, sondern auch Implanon. Das sind Stäbchen aus Kunststoff, die unter die Haut appliziert werden und durch Hormonabgabe drei Jahre lang vor Schwangerschaft schützen. Gesundheitsexperten der Stiftung trainieren das staatliche Personal darin, wie man die Stäbchen implantiert und auch wieder entfernt. In den ersten Monaten seit Einführung des Services entschieden sich bereits 458 Frauen in Borena für die neue Methode. 1'442 Frauen benutzten die Pille und 6'537 die Dreimonatsinjektionen.

ZU WENIG LAND
Neben Tiruwork Admasu war Tsehay Temesgen eine der ersten Mütter, die sich im Degadebi-Gesundheitszentrum für das Langzeit-Verhütungsstäbchen entschieden. Zwei Söhne und eine Tochter habe sie bereits: "Noch ein Kind würde uns überlasten, wir haben zu wenig Land und Einkommen." Zwar hätte sie schon noch gerne eine Tochter. "Dann wäre das Verhältnis ausgeglichen", sagt die Bäuerin lächelnd, "aber erst müssen sich unsere Lebensumstände deutlich verbessern."

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