Neuer Herd ist Goldes wert


Die meisten äthiopischen Bäuerinnen kochen noch wie ihre Vorfahren vor vielen Jahrhunderten: Der Topf wird einfach auf drei große Steine gestellt, zwischen denen das offene Feuer brennt. Mangels Holz feuern sie vielfach mit Dornstrauchzweigen, trockenen Maisstauden, sogar mit welkem Laub. Der Rauch ist mörderisch, er reizt zum Husten, beißt und schmerzt in den Augen. Europäer halten es in den rußgeschwärzten Hütten nicht lange aus: "Nur raus an die frische Luft!", ist ihr einziger Gedanke.

Doch die Frauen müssen den Rauch aushalten. Ohne Feuer kein Essen für ihre Familien. Viele leiden an Atemwegserkrankungen. Der Rauch ist der Gesundheit genauso abträglich wie der Konsum vieler Zigaretten. Das schier unerträgliche Arbeitspensum ist eine weitere schwere Belastung. Tief gebeugt schaffen die Bäuerinnen aus der Savanne Strauchholz in großen Bündeln heran. Die Distanzen werden immer größer, weil es wegen der Überbevölkerung rund um die Siedlungen immer weniger Holz gibt. Einst war Äthiopien fast vollständig bewaldet, heute nur noch zu drei Prozent. Durch den Waldmangel fällt weniger Regen, die Erträge auf den Feldern sinken, die Familien leiden unter noch größerer Armut und mehr Hunger.

Deshalb hat Menschen für Menschen sein "Green Stove"-Programm gestartet: Existenzgründerinnen werden unterstützt, ein eigenes Geschäft zur Herstellung von umwelt- und gesundheitsfreundlichen Öfen zu beginnen. Eine von ihnen ist Gebeanesch Nadeu in der Kleinstadt Rema. "Menschen für Menschen gab mir ein Training, 500 Kilogramm Zement und die Stahlformen", erzählt die 31-Jährige, während sie ein Gemisch aus Sand, Wasser und Zement in die Formen füllt und mit einem Stößel feststampft.

Ist die Masse nach einigen Stunden fest, stülpt sie die Formen um. Sechs verschiedene Einzelteile lassen sich zu einem kompletten Ofen zusammenfügen. Die Luftzufuhr in der Brennkammer lässt sich regulieren; die Familien sparen die Hälfte bis zwei Drittel ihres bisherigen Brennholzbedarfes ein. Und der Rauch ist reduziert.

Jeden Monat kann Gebeanesch Nadeu 50 Öfen produzieren. Menschen für Menschen nimmt ihr alle ab, um sie mit einem Preisnachlass an die Bauern der Region weiterzuverkaufen. Von den subventionierten Kochstellen profitieren auch die Menschen in Europa, denn sie leisten einen Beitrag im Kampf gegen den weltweiten Klimawandel. Mit jedem Ofen wird jährlich etwa eine Tonne des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid eingespart – das entspricht einer 3.000 Kilometer langen Autofahrt.

"Das Einkommen aus dem Ofenbau ist für mich entscheidend", sagt Gebeanesch Nadeu. "Mein Mann hat Diabetes und verdient kaum Geld. Nur aufgrund meines Geschäfts kann ich meinen drei Kindern eine Schulausbildung ermöglichen."


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Brennholzsparende Öfen