Integrierte Entwicklung im Dürregebiet Borena


In den entlegenen Regionen des Landes Äthiopien – wie im Distrikt Borena – mangelt es der Bevölkerung noch immer an lebenswichtigen Ressourcen: Zugang zu sauberem Trinkwasser und medizinischer Versorgung. Kaum können sich die Menschen aus eigener landwirtschaftlicher Produktion ernähren. Seit Jahrzehnten ist die Provinz Süd Wollo in der Amhara Region ein Dürregebiet. Auf der Fläche von 98.000 Hektar wechseln sich in Borena Hügel und Berge, Schluchten und Täler ab. Aufgrund veralteter landwirtschaftlicher Praktiken und einem Mangel an Bodenkonservierungsmaßnahmen sind die Berge extremer Erosion ausgesetzt. Schwindende natürliche Ressourcen und hohe Wachstumsraten verschärfen die Armut auf dem Land zusätzlich. Die Menschen sind immer wieder von Nahrungsmittelhilfe abhängig, denn sie leben von der Landwirtschaft für den Eigenbedarf. Jedoch sind Ackerbau und Viehzucht als Einkommensquellen völlig unzureichend.

Überlebensnotwendige Landwirtschaft

Knapp 80 Prozent der Bauern Borenas können heute nicht einmal ihren eigenen Bedarf decken. Um ihre Not zu lindern, reduzieren die Menschen die Anzahl ihrer Mahlzeiten. Auf der Suche nach vorübergehender Arbeit wandern sie in andere Gegenden ab. In der ersten Projektphase, die von 2011 bis 2013 andauern wird, konzentriert sich Menschen für Menschen daher darauf, die landwirtschaftliche Produktion zu steigern. In den kommenden drei Jahren verbessert die Stiftung gemeinsam mit der örtlichen Bevölkerung vier kleine Bewässerungsanlagen und verteilt veredelte Getreidearten, Ölpflanzen und Gemüse. Des weiteren bekämpft die Stiftung Pflanzenseuchen. Befestigungs- und Auffüllarbeiten an Erosionsgräben werden die Erosion eindämmen. Für etwa 50.000 Menschen in der Projektregion verbessert sich auf diese Weise der landwirtschaftliche Ertrag.

Sauberes Trinkwasser auch im Flachland

Nur etwa 60 Prozent der 180.000 Bewohner des Projektgebietes haben Zugang zu sauberem Trinkwasser. Da die meisten Wassersysteme im Hochland des Gebietes gebaut wurden, muss die Mehrheit der Menschen im Flachland mit unreinem Wasser auskommen. Die Folge sind schwere Erkrankungen. Durch den Bau von 24 Wassersystemen sowie der Wartung von 15 Wasserstellen gewährleistet Menschen für Menschen einen besseren Zugang zu nachhaltiger Trinkwasserversorgung und Sanitäreinrichtungen. Etwa 10.000 Menschen werden davon profitieren.

Weiterführende Bildung für die Jugend

Den Jugendlichen in Borena mangelt es zudem an der Chance auf eine weiterführende Schulbildung. Der Zustand der Schulen ist schlecht. Sie sind meist aus Holz gebaut und nur mit Lehm verputzt. Oft müssen die Schüler auf dem Boden sitzen, Tische und Stühle gibt es nicht. Menschen für Menschen wird in gemeinsamer Arbeit mit den Menschen vor Ort vier neue Schulen bauen und sieben bestehende Schulgebäude renovieren. 10.800 Schüler werden so zukünftig eine weiterführende Schule besuchen können.

Medizinische Hilfe für alle

Ein weiteres Hemmnis für die Entwicklung in Borena ist die medizinische Grundversorgung. Medikamente und medizinische Gerätschaften sind kaum verfügbar. Kropferkrankungen, Trachoma, Malaria, Darmerkranken, Typhus und Tuberkulose sind die häufigsten Krankheiten. Insbesondere den augenärztlichen Bereich und die Kropfbekämpfung will Menschen für Menschen in den kommenden drei Jahren verbessern. Über 80.000 Menschen werden durch die geplanten Maßnahmen an medizinischer Grundversorgung teilhaben können.

Förderung der Frauen

Immer noch sind Frauen Opfer schädlicher Traditionen – etwa Frühverheiratung. Außerdem fehlt ihnen die Möglichkeit zu einkommensfördernden Aktivitäten. Menschen für Menschen möchte daher Ernährungsberatung leisten, sie in die Nutzung brennstoffsparender Öfen einweisen sowie Aufklärung zu schädlichen Traditionen betreiben. So sollen Frauen in die Lage versetzt werden, Haushaltseinkommen auf eine breitere Basis zu stellen. Außerdem trägt die Arbeit zu einer Stärkung der Rolle der Frau bei. Die sozialwirtschaftliche Situation von etwa 4.000 Frauen verbessert sich dadurch wesentlich.

Ganzheitliche gemeinsame Entwicklung

Menschen für Menschen leistet in Borena integrierte ländliche Entwicklung – die unterschiedlichen Maßnahmen greifen ineinander und bedingen sich gegenseitig. Gemeinsam mit der Bevölkerung kann die Stiftung wichtige Verbesserungen erreichen: Brunnen mit sauberem Wasser, Steigerung der landwirtschaftlichen Erträge oder den Bau von Krankenstationen. Auch die Kinder hoffen auf eine Perspektive: für sie soll es bald neue Schulen geben.





Lesen Sie dazu auch das Interview mit der Vorstandsvorsitzenden Almaz Böhm.


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