Almaz Böhm: "Das Leben nicht beschneiden"


Liebe Freundinnen und Freunde,


das Beschneiden von Mädchen ist eine grausame Tradition, die in Äthiopien und anderen Ländern Afrikas seit vielen Jahrhunderten praktiziert wird. "Wie können Eltern ihren Töchtern so etwas antun?", mögen Sie fragen. So paradox es klingen mag: Sie lassen ihre Töchter aus Liebe beschneiden – die Eltern glauben, sie müssten den althergebrachten Normen folgen, damit ihre Töchter einen ehrenwerten Platz in der Gesellschaft einnehmen können.

Unzählige Mädchen und Frauen leiden unter den Auswirkungen der Beschneidung, manche sind daran sogar gestorben, wenn sich die Wunden infizierten. Darunter auch das kleine Mädchen Safia, das im Alter von neun Jahren beschnitten wurde. Mein Mann, der das schwer verletzte Kind kurz vor seinem Tod besuchte, war bestürzt, was ihm angetan worden war. Dieses schreckliche Erlebnis wurde der Grundstein für die Anti-Beschneidungskampagne von Menschen für Menschen, die das Ziel hat, durch Aufklärung, Schulung und Bewusstseinsbildung die Mädchen vor diesem sinnlosen Leid zu bewahren.

Viele Menschen in meiner Heimat zweifelten die Tradition an – aber sie hatten nicht den Mut und die Möglichkeit, ihre Stimme zu erheben. Für Europäer, die in aufgeklärte Demokratien hineingeboren sind, ist das häufig schwer begreiflich: Überlieferte Normen haben vor allem im ländlichen Afrika immer noch ein übermächtiges Gewicht. Und wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, dann wissen wir, wie schwierig es sein kann, eingefahrene Wege zu verlassen. Dies gilt besonders dann, wenn man glaubt, dass Religion oder Gesellschaft eine bestimmte Form des Handelns vorgeben.

Der Anstoss zur Veränderung musste von aussen kommen, von einem Ausländer: Mein Mann war der erste, der das heikle Thema in die Öffentlichkeit brachte. Ich bin sehr froh dafür, dass er das Tabu gebrochen hat. Seither gibt es so gut wie niemanden mehr, der die schädliche Tradition fortführen möchte. Im Gegenteil: Die Menschen sind dankbar und erleichtert, dass sie sie endlich aufgeben können. Es gibt noch andere schädliche Traditionen in Äthopien – vor allem die frühe Verheiratung von Mädchen im Alter von fünfzehn oder gar nur dreizehn Jahren. Die Menschen in Äthiopien brauchen unser Aufmerksamkeit und unsere Hilfe, die schädlichen Traditionen abzuschaffen und alle ihre Kräfte für Entwicklung einzusetzen. Nur in gegenseitigem Verstehen können wir uns gemeinsam in eine bessere Zukunft entwickeln. Machen Sie mit, als "Mensch für Menschen", helfen Sie uns dabei!

CHF

Beneficiary:
Donations account:
Account Number 18180018
Bank Code 701 500 00
BIC SSKMDEMM
IBAN DE64701500000018180018
Donations account:
Account Number 18180018
Bank Code 701 500 00
BIC SSKMDEMM
IBAN DE64701500000018180018
Spendenkonto:
Postkonto 90-700000-4

Stiftung Menschen für Menschen Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe, 8002 Zürich

IBAN-Code:
CH97 0900 0000 9070 0000 4
BIC SSKMDEMM
IBAN DE64701500000018180018
Textstrecke