Wie lässt sich Entwicklung in einem abgelegenen Dorf am besten verbreiten? Menschen für Menschen setzt auf Modell-Farmer: Mutige Frauen und Männer, die Neuerungen gegenüber aufgeschlossen sind, werden besonders gefördert. Im Dorf Thaye wurde die Bäuerin Melke Jemam so zum Vorbild für andere Familien.

Neun Jahre war Melke Jemam in der Schule und immer begierig darauf, Neues zu erfahren. Doch dann war mit dem Lernen Schluss: Weder gab es eine weiterführende Schule im Dorf noch Ausbildungsplätze. Also wurde sie Hausfrau und Bäuerin, wie alle anderen Frauen auch. „Aber wie ausgetrocknete Erde sich nach Regen sehnt, so dürstete ich nach Wissen“, sagt die 38-Jährige. Als Menschen für Menschen in ihr Dorf Thaye im neuen Projektgebiet Wogdi kam, erkannte sie ihre Chance – und wurde „Modell-Farmerin“: „Ich nehme an Kursen teil, mit dem neu erworbenen Wissen kann ich mein Leben ändern – und das von anderen auch.“

Wer wagt, gewinnt


„Viele Bauern neigen dazu, Neues abzulehnen“, erklärt Adane Nigus, Projektleiter von Menschen für Menschen in Wogdi. „Denn Neues bedeutet zunächst immer ein Risiko.“ Deshalb seien mutige Menschen wie Melke Jemam so wichtig: „Wir geben ihr und anderen Modell-Farmern Trainings in verbesserten landwirtschaftlichen Methoden und versorgen sie mit Gemüsesamen, Hühnern und anderem Input.“ Als Gegenleistung geben die Landwirte ihr neues Wissen an Verwandte und Nachbarn weiter: „So strahlt Fortschritt und Entwicklung in ganze Dörfer aus.“

Melke Jemam kocht jetzt an einem holzsparenden, raucharmen Zementofen. Die Mutter von vier Kindern hat bei der Äthiopienhilfe einen Kurs in Hauswirtschaft belegt und gelernt, wie man möglichst effizient Gemüse zieht und Hühner hält. Sie hat erfahren, wie sie ihre Kinder abwechslungsreich ernähren kann. Und dass es aus hygienischen Gründen nicht gut ist, wenn das Federvieh auch im Haus herumpickt. Ihr Mann hat nach ihren Anweisungen eine Latrine gebaut, so wie es die Entwicklungsberater erklärt haben. „Besser wir reden nicht über die Vergangenheit!“, sagt die Bäuerin und schüttelt den Kopf. Früher mussten sich die Familienmitglieder draußen im Busch erleichtern. Was die Fliegenplage verstärkte und Krankheiten wie Durchfall und Augeninfektionen Vorschub leistete – und natürlich als würdelos empfunden wurde.

„Ich kann gar nicht sagen, was die wichtigste Veränderung durch Menschen für Menschen ist“, sagt Melke Jemam. „Ganz wichtig ist, dass wir jetzt besser essen und mehr Einkommen haben.“ In einem Kurs der Stiftung lernte sie das Schneidern. Nun näht sie Röcke für Nachbarinnen und Schuluniformen für die Kinder. Aber am meisten verdient die Familie mit dem Verkauf von Gemüse. Ihr Feld kann bewässert werden, dadurch können Melke Jemam und ihr Ehemann ständig säen und ernten und die Überschüsse auf dem lokalen Markt verkaufen. „So wird auch das Nahrungsangebot für die Bevölkerung in der Region insgesamt besser“, freut sich Projektleiter Adane Nigus.

 

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Eine Modellkarriere