Gudatus Glück


Es war ein hübsches Findelkind, das Krankenschwestern vor dreieinhalb Jahren im Mettu-Karl-Hospital entdeckten. Das Mädchen mit vollen Lippen und grossen Augen lag eingewickelt in ein schmutziges Tuch in einer stillen Ecke. Als die Schwestern das etwa acht Monate alte Kind untersuchten, entdeckten sie auf dem Rücken Wunden, die vom langen Liegen stammen mussten. Wenn sie vor dem Gesicht des Mädchens mit einem Schlüsselbund klapperten, zeigte es keine Reaktion. Sein Kopf lag schief, die Händchen waren angewinkelt und verkrampft. Manchmal wurde es von Anfällen geschüttelt. Es konnte offenbar weder Arme noch Beine bewegen. Was sollte aus diesem Mädchen, das sie Gudatu nannten, nur werden?

Kinder umsorgen Gudatu liebevoll

Behinderung wird im ländlichen Äthiopien aufgrund mangelnder Bildung und Aberglaube oft mit Vorurteilen begegnet. Familien mit betroffenen Kindern leben mit Gefühlen von Enttäuschung, Schuld und Schande. Vor diesem Hintergrund hatte Gudatu grosses Glück, dass sie abgelegt wurde und Almaz Böhm bei einem Besuch des Hospitals an das Bett des Kindes trat. Bewegt vom Schicksal des Mädchens sorgte sie dafür, dass es im Kinderheim Abdii-Borii von Menschen für Menschen aufgenommen wurde.

Dort leben 158 Kinder. Ihr Rufen und Lachen erfüllt die Räume und den Garten. In dieser lebendigen Umgebung sei Gudatu aufgeblüht, berichtet ihre Betreuerin Nuria Musa, 39. Von den anderen Mädchen und Jungen wird sie trotz ihrer schweren Behinderung ganz selbstverständlich integriert und liebevoll umsorgt. Sie reagiert jetzt darauf, wenn man sie beim Namen nennt. Den spielenden Kindern folgt sie nicht nur mit den Augen, sondern sie wendet ihren Nacken auch ein Stück weit nach links und rechts. Ihre Beine kann sie strecken und anziehen. Der Physio-therapeut Gadissa Obsi aus dem Mettu-Karl-Hospital ist zuversichtlich, dass sie bald auch die Hände bewegen wird: "Unser Ziel ist es, dass sie irgendwann selbständig sitzen und stehen kann."

"Vielleicht wird sie sogar ganz geheilt", hofft Nuria. "Ich habe hier im Heim bereits 40 gesunde Kinder gross gezogen", sagt sie mit feuchten Augen. "Sie kommen als Babys, und nach spätestens zwei Jahren können sie sagen, was sie wünschen und brauchen. Bei Gudatu ist das auch nach drei Jahren noch nicht so." Doch auch die Arbeit mit Gudatu bietet viele Glücksmomente. Wenn Nuria nach einem freien Tag zurückkommt, stösst Gudatu kleine Jauchzer aus. Solche Momente sind es, die Nuria Musa zu ihrem Versprechen brachten: "Ich werde mich um Gudatu kümmern, solange ich lebe."


CHF

Beneficiary:
Donations account:
Account Number 18180018
Bank Code 701 500 00
BIC SSKMDEMM
IBAN DE64701500000018180018
Donations account:
Account Number 18180018
Bank Code 701 500 00
BIC SSKMDEMM
IBAN DE64701500000018180018
Spendenkonto:
Postkonto 90-700000-4

Stiftung Menschen für Menschen Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe, 8002 Zürich

IBAN-Code:
CH97 0900 0000 9070 0000 4
BIC SSKMDEMM
IBAN DE64701500000018180018
Textstrecke