Wasser dank neuer Methoden


"Zugang zu Wasser" heisst bei uns: den Wasserhahn in der Wohnung aufdrehen. Wie ist das im ländlichen Äthiopien?

Hier hat niemand Wasser vor der Haustür. Die Menschen, die es aus einer Distanz von weniger als eineinhalb Kilometern heranschaffen können, gelten als gut versorgt. Unzählige Frauen und Mädchen müssen aber Stunden investieren, um Wasser zu holen: vom Fluss, aus einem Tümpel, von einer ungefassten Quelle.

Da ist es sicher schwierig, genug Wasser zu beschaffen?

Acht von zehn Menschen haben zu wenig zu trinken – viele nicht einmal einen Liter pro Tag. Die Qualität ist schlecht. Zu den Wasserstellen wird das Vieh getrieben, wilde Tiere stillen dort ihren Durst. Es sind Tummelplätze für Ungeziefer und die grössten Krankheitsherde überhaupt.

1'520 Brunnen hat
Menschen für Menschen bereits gebaut. Wie gehen Sie genau vor?
Die kostenintensiven Bohrungen werden doppelt abgesichert. Wir orientieren uns an den traditionellen Methoden, mit denen die heimische Bevölkerung Wasserstellen ausfindig macht, und sichern diese durch wissenschaftliche Gutachten von Hydrogeologen ab. Dieses Vorgehen hat sich bewährt. Doch in chronisch trockenen Regionen wird es immer schwieriger, Wasser zu finden. Die Lage hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch zugespitzt.

Was bedeutet das konkret?

Es regnet zu wenig. Die Bauern haben schlechte Ernten und können keine Vorräte halten. Sie haben nichts zu verkaufen und zu wenig zu essen. Brunnen und Quellen versiegen. Wer Brackwasser trinken muss, sich nicht waschen und sein Haus nicht rein halten kann, hat den Kampf gegen Fliegen und Parasiten schnell verloren. Dann kommen die Krankheiten – von Magen-Darmerkrankungen bis zur lebensbedrohlichen Infektion.

Wie geht
Menschen für Menschen solche Situationen an?

Zunächst sichern wir das Überleben der Menschen. Schon geringer Wassermangel über einen längeren Zeitraum kann verheerende Auswirkungen auf den Körper haben. In Babile, einer Savannen-Region im Südosten Äthiopiens, ist in den vergangenen Jahren eine Quelle nach der anderen versiegt. Wasser in erreichbarer Tiefe war einfach nicht mehr zu finden. Wir haben alles versucht – ohne Erfolg. Die Versorgungslage verschlechterte sich zusehends. Wir haben Lastwagen mit Wassertanks in die Dörfer gefahren, um die lebensnotwendigen Rationen zu sichern: wenigstens zwei Liter pro Mensch und Tag.

Ein zukunftsfähiger Weg?

Nein, aber in dieser Situation notwendig. Parallel suchten wir weiter nach Lösungen. Zuletzt griffen wir nach dem sprichwörtlichen Strohhalm: Hans Schröter – ein erfahrener Wasserbauingenieur und Rutengänger – bot seine Unterstützung an. In vergleichbaren Gebieten vieler anderer Länder war er sehr erfolgreich.

Menschen für Menschen ist bekannt dafür, unkonventionelle Wege zu gehen. Doch das „Rutengehen“ wird häufig in den Bereich der Scharlatanerie verwiesen. Fürchten Sie nicht Angriffe seitens der etablierten Wissenschaften?

Im Gegenteil. Dort, wo klassische Methoden versagt haben, war Schröter erfolgreich. Er konnte präzise feststellen, an welcher Stelle wie tief gebohrt werden muss. Seine Fähigkeiten – hydrogeologische Kenntnisse gepaart mit einer unorthodoxen Arbeitsweise – haben zum Erfolg geführt. Und darauf kommt es letztlich an. Wir konnten vier grosse Wasservorkommen erschliessen und werden diese jetzt mit Handpumpen ausrüsten. Für die Menschen in Babile bedeutet das: bald genug zu trinken und hygienische Verhältnisse, die ein gesundes Leben wieder möglich machen.


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