Schon am Vormittag drängen sich vor der Gesundheitsstation der Gemeinde Tewa Dutzende von Menschen. Viele haben beschwerliche Fußmärsche hinter sich. Jetzt sitzen sie vor der Station und warten geduldig, an die Reihe zu kommen. Die meisten von ihnen leiden am Trachom, einer schmerzhaften Augeninfektion, die zum Erblinden führen kann, wenn sie nicht behandelt wird.

Misganaw Tegaw (50) hat den kleinen Eingriff gerade hinter sich, der ihm diese unvorstellbaren Schmerzen nimmt. "Es fühlt sich an, als wenn Nadeln ins Auge stechen", erzählt er. Zuvor hatte er selbst versucht, die reibenden Haare mit einem kleinen Instrument aus seinen Augen zu entfernen, aber sein Leiden wurde so nur schlimmer. Von seinem Sohn hatte er erfahren, dass hier Mitarbeiter von Menschen für Menschen diese kleine Operation vornehmen. Sofort machte er sich auf den Weg – an einem Sonntag, denn das ist kein Markttag. "Heute hab ich mir das eine Auge behandeln lassen", sagt er, "beim nächsten Mal ist das andere dran."

Im Inneren des einfachen Flachbaus widmen sich zwei speziell geschulte medizinische Helfer von Menschen für Menschen den Patienten. Einer von ihnen untersucht die Menschen, stellt fest, wie weit die Erkrankung fortgeschritten und welche Hilfe möglich ist. Der andere führt im Raum nebenan Operationen durch. Kaum länger als 15 Minuten dauert ein solcher Eingriff, den meisten Patienten rettet er das Augenlicht.

Bereits in den früheren Stadien ist das Trachom für die Erkrankten quälend. Die Augenentzündung verformt das Lid so, dass die Wimpern an der Hornhaut scheuern und jeder Wimpernschlag schmerzt. Wird das Lid nicht operiert, verletzt das unablässige Scheuern die Hornhaut so sehr, dass sie trüb wird; die Kranken verlieren ihr Augenlicht. Dabei ist das Trachom nicht schwer zu behandeln: Antibiotika bekämpfen die Infektion, eine Operation heilt das Lid: Ein kleiner Schnitt, und es kann mit Nähten so fixiert werden, dass die Wimpern die Hornhaut nicht mehr berühren.

Seit Menschen für Menschen in Borena tätig ist, besuchen die medizinischen Helfer der Organisation jeweils einmal im Monat die Gesundheitsstationen in Tewa und anderen Gegenden, um die rettende Operation durchzuführen. Zu den Maßnahmen, mit denen die Äthiopienhilfe die Augeninfektion bekämpft, gehört neben der Behandlung der Erkrankten aber auch die Vorbeugung.

Das Trachom grassiert vor allem in Gegenden, in denen es wenig Wasser gibt und die Menschen unter schlechten hygienischen Bedingungen leben, sodass sich die Krankheitserreger leicht verbreiten können. Deshalb verbessert Menschen für Menschen die Wasserversorgung und klärt die Bevölkerung in Trainings über Hygiene auf. In Borena führt die Organisation außerdem auch Reihenuntersuchungen durch. Neben dem Trachom diagnostizieren die medizinischen Helfer dabei oft auch den Grauen Star, die zweithäufigste Augenerkrankung in der Region. Für die Betroffenen organisiert Menschen für Menschen einmal im Vierteljahr einen Operationstag, an dem Augenärzte aus Addis Abeba Star-Operationen vornehmen. Im Jahr 2011 wurden auf diese Weise allein in Borena über 500 Menschen am Trachom sowie am Grauen Star operiert, 3.265 Personen wurden aufgrund weiterer Augenleiden behandelt.

Schon mit 60 Euro ermöglichen Sie fünf Menschen eine Trachom-Augenoperation, durchgeführt von geschulten Krankenpflegern.

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Augenoperationen in Borena